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Das Fantasy Filmfest - Flucht aus dem Alltag oder Ferien im Land des Genre-Films

Wenn es meine Zeit irgendwie zulässt, gönne ich mir jedes Jahr im August oder September eine Flucht aus dem Alltag. Ich besuche das Fantasy FilmFest.

Für manche Düsseldorfer wahrscheinlich der wahre Horror, verbringe ich dann einige Tage in Köln. Für mich als neutralen Mönchengladbacher, (der auch noch Köln-Bonner Wurzeln besitzt,) allerdings kein Problem, sondern oft eher angenehmer Nebeneffekt.
Als Zusatzbemerkung soll hier ergänzt sein, dass man das Festival auch in anderen Städten genießen kann (2009 zum Beispiel: München, Berlin, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg). Jede einzelne dieser Städte (, die von einem Jahr zum anderen variieren können,) geht ein spannendes Wechselspiel mit dem Programm und dem Publikum ein. Die Atmosphäre im Kölner CineDom ist natürlich eine andere als die in Berlin und Hamburg. Dies besitzt durchaus Einfluss darauf, wie ich einen Film erlebe. Auch in Köln hat der Veranstaltungsort vor einigen Jahren schon mal vom altehrwürdigen Residenz zum modernen Cinedom im Mediapark gewechselt. Eine Umstellung, für manche bis heute nicht zu verkraften, für die meisten zumindest etwas gewöhnungsbedürftig. Doch mittlerweile sitzt der neue Anzug ohne überall zu kneifen.

Die filmische Flucht aus dem Alltag auf einem Filmfestival ähnelt in vielem einem anstrengenden, aber faszinierenden Kurz-Urlaub. Man fährt nicht nach Frankreich oder Italien, nach Rom oder Paris, sondern betritt das Land des Genre-Films, wobei jeder Film einer Stadt oder einer Landschaft entspricht . Die Anstrengung besteht hier wie dort in einer sinnlichen Überforderung, der man sich in kürzester Zeit stellen muss. Innerhalb eines Tages ist man in drei, vier oder fünf Filmwelten eingetaucht. Verschiedenste künstlerische Visionen rauschen einem durch den Kopf und man versucht trotzdem irgendwie jedem dieser Filme gerecht zu werden. Dies ist anstrengend und zugleich faszinierend. Bis du in einem Moment noch im historischen China des 3. Jahrhunderts n. Chr., befindest du dich im nächsten Moment zwischen Zombies. Hast du vor kurzem noch über ungeschickte Grabräuber gelacht, musst du danach einen Amoklauf an einer kanadischen Universität über dich ergehen lassen. Das macht einen FantasyFilmfest-Besuch aus. Noch viel mehr als bei anderen Festivals, wie der politisierten Berlinale oder dem avantgardistischen Oberhausen springt man zwischen Kinosaal und realer Außenwelt hin und her - zwischen eskapistischen Unterhaltungs-kino, avantgardistischer Versuchsanordnung und erdender Realitätsdarstellung. Ein wilder Ritt durch die Filmwelt, uneben, rau und verwirrend. Doch am Schluss schaut man im besten Fall aus verschiedensten Perspektiven auf die kleine, eigene Welt, die große Welt der (Film-)Kunst und die allumfassende Welt zwischen Liebe und Gewalt.

So nimmt das FFF seit 23 Jahren gefangen mit seinem eigenartigen Mix aus Unterhaltung, Kunst und Trash und kann sich dabei auf ein ebenfalls so eigenes Stammpublikum verlassen. Hier trifft man auf den nur das Horror oder SF-kino-liebenden Nerd, den die neuen Filmperlen suchenden Cineasten, aber auch den Zufallszuschauer oder Fan, der nur wegen eines bestimmten Films, seines Stars oder einem bestimmten seltenen Element gekommen ist. Hier erlebt man Lacher an Stellen, wo anderen eher übel werden würde, in Filmen, die nur für dieses spezielle Publikum gemacht geworden scheinen. All dieses Schräge, Verquere und Abseitige gehört als spannende Facette dieses Trips dazu. Das FFF ist nicht normal, es ist mit seinen seltsamen Gestalten (- man selbst eingeschlossen -) und reichlich surrealen Erlebnissen in einem Paralleluniversum angesiedelt. Nie kommt man während des Festivals wieder so richtig in der Wirklichkeit an, aber nimmt nach dem Festival umso mehr mit für den Weg zurück in die Realität.

Diesem Paralleluniversum ab jetzt eine eigene Rubrik einzuräumen, halten wir als Filmfans, -cineasten und Filmgaleristen für dringend notwendig. Weswegen die Autoren Michael van Wijk, Dirk Rebig und ich jeder auf seine Art einen Blick auf die einzelnen Jahrgänge und ihre Filme werfen und diesen für unsere Kunden und Gäste präsentieren wollen.

Anfangen wollen wir mit dem Jahr 2008, dem in Kürze dann der aktuelle Jahrgang 2009 folgen wird. Doch soll unser Blick in Zukunft immer weiter in der Zeit zurückgehen und dabei auch widerspiegeln, welche Entwicklungen der Genrefilm in den letzten 2 Jahrzehnten genommen hat.

Ich hoffe Euch die Reise ins Land der Zombies, Vampire und Monster; der Serienkiller, Amokläufer und Folterknechte schmackhaft gemacht zu haben und viele Mitreisende begrüßen zu können.

Michael Leonards


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